PIA LANZINGER MÜNCHEN | BERLIN
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Erweiterung der Arbeit Nowa Huta History Playground / Nowa Huta Lunapark Historii um eine weitere sozialistische Idealstadt

Sozialistische Idealstädte
Nowa Huta History Playground / Nowa Huta Lunapark Historii
Eine Erweiterung

Das geplante Projekt ist eine Erweiterung einer im Jahr 2005 für eine Ausstellung im Kunstverein Wolfsburg entstandene Arbeit zu der polnischen Stadt Nova Huta, in der eine bis ins Absurde getriebene kommerzielle Nutzung von architektonischen Überresten des sozialistischen Systems aufgezeigt wird. Die Arbeit „Nova Huta History Playground“ stellt ein im Jahr 2050 neuartiges und einzigartiges Freilichtmuseum vor, in dem die einst von Stalin gegründete sozialistische Arbeiterstadt in ihren verschiedenen Zeitphasen erlebt werden kann. In Form einer Broschüre und einer Aktion in Nowa Huta wird durch die fiktive Retro-Perspektive und durch das Mittel der Überzeichnung eine Entwicklung hervorgehoben, in der sich die Tourismusindustrie auf die Suche nach neuen touristischen Wunschbildern und Verführungsstrategien begibt. Dabei spielen die Vermarktung und Inszenierung von Geschichte eine immer größere Rolle. Auch Diktaturen wie die Zeit Stalins sind dabei nicht ausgeschlossen. So sind im Web bereits zahlreiche Hinweise auf eine derartige Entwicklung in Nowa Huta zu finden. Mit der Proklamation des „Nowa Huta History Playground” wird versucht, diesen Trends zuvorzukommen, und ihre Logik provokativ gegen sie selbst zu wenden.In einer Ausweitung des Projekts soll anhand eines weiteren Beispiels einer realisierten „sozialistischen Idealstadt“ untersucht werden, wie der Umgang mit der eigenen Geschichte erfolgt. Gibt es dort auch bereits Tendenzen einer touristischen Vermarktung, oder ist sie ganz im Gegenteil dem Verfall ausgeliefert? Wie wird dort mit der eigenen sozialistischen Vergangenheit umgegangen? Das Projekt soll in Form einer Installation mit Video und einer Publikation sowie evtl. einer Intervention direkt vor Ort umgesetzt und der Arbeit über Nova Huta gegenübergestellt werden.


VITA
Die in Berlin und München lebende Künstlerin Pia Lanzinger beschäftigt sich in ihren künstlerischen Arbeiten mit Raumkonzepten und untersucht Strukturen des öffentlichen Raums ebenso wie private Wohnarrangements und Stadt- und Wohnarchitekturen. Ihre interaktiven Aktionen, Installationen, Videos und fotografischen Arbeiten analysieren Geschlechterverhältnisse und narrative Verfahren der individuellen wie kollektiven Selbstvergewisserung gleichermaßen und machen dadurch die fragilen Konstruktionen von Identitäten sichtbar.


Stipendien/Förderungen/geladene Wettbewerbe:
2006/07
Teilnahme am geladenen Wettbewerb „Software der Erinnerung“, Stadtraum Braunschweig
2005
Symboltransfer, Vorschlag für ein Kunst am Bau Projekt, Luzern/Schweiz
2004
Passagen, realisierter Vorschlag im Rahmen eines geladenen Wettbewerbs für einen Ausstellungsbeitrag im öffentlichen Raum, Horgen/Schweiz
2002
Förderung für Playstation Vienna durch die European Cultural Fondation, Amsterdam
Förderung für Mit Sicherheit in München durch Bezirksausschuss Maxvorstadt/München
WestendMobil, Vorschlag für einen kommunikativen Ort am Georg-Freundorfer-Platz im Münchner Westend im Rahmen eines geladenen Wettbewerbs, Kommission für Kunst im öffentlichen Raum, München
2001
Projektstipendium der Kurt-Eisner-Kulturstiftung, München
Talking Circles, Vorschlag für ein AIDS-Memorial am Sendlinger-Tor-Platz in München im Rahmen eines geladenen Wettbewerbs, Kommission für Kunst im öffentlichen Raum, München (Kat.)
2000
6-monatiges Stipendium an der Cité Internationale des Arts, Paris


Ausgewählte Projekte / Ausstellungen:
2007
- Global Village. Eine begehbare Landkarte, in: Fluchtwege und Sackgassen, Festival der Regionen, Kirchdorf an der Krems/Oberösterreich
2006
- Vor den Kopf gestoßen, in: for example S, F, N, G, L, B, C – Eine Frage der Grenzziehung. Dritter Teil der Thematischen Projektreihe „Kolonialismus ohne Kolonien? Beziehungen zwischen Tourismus, Neokolonialismus und Migration“, Shedhalle Zürich
- Mädchenzimmer ’97, The Girls‘ Rooms ’99, Terrassenparty, in: Home Stories, Städtische Galerie Bietigheim-Bissingen; in: Stadtgalerie Kiel, 2007 und in: Städtische Galerie Wolfsburg, 2007 (Kat.)
- WorldWideWob. Das Spiel um die Zukunft einer Stadt, in: on the move. verkehrskultur II, Westfälischer Kunstverein, Münster
2005
- Nowa Huta History Playground, in: Industriestadt-Futurismus. 100 Jahre Wolfsburg / Nowa Huta, Kunstverein Wolfsburg und in: Industrial Town Futurism. 100 years Nowa Huta / Wolfsburg, öffentlicher Raum, Nowa Huta/Polen, 2006 (Kat.)
- „Eine atemberaubende Kulisse“, in: Tourismusindustrie und exotisierende mediale Bildproduktion. Erster Teil der Thematischen Projektreihe „Kolonialismus ohne Kolonien? Beziehungen zwischen Tourismus, Neokolonialismus und Migration“, Shedhalle, Zürich;
in: Tektonik der Geschichte, Forum Stadtpark, Graz und in: Tektonik der Geschichte/K Tektonice Dejin, Emil Filla Gallery in Usti nad Labem/CZ, 2006
- Rhythmen urbaner Bewegung – Brigittenau, in: add on. 20 Höhenmeter, öffentlicher Raum, 20. Bezirk/Wien
- Das Unternehmen im Wohnzimmer, in: Arbeit*, Galerie im Taxispalais, Innsbruck; in: Work*, Lewis Glucksman Gallery, Cork/Irland und in: Work [w3:k], Ormeau Baths Gallery, Belfast/Irland
- Ein Stück vom besten Österreich. (Made in USA). Folge II: Eine Bustour durch die touristisierten Szenarien von „The Sound of Music”, in: Trichtlinnburg, Salzburg/Maastricht/Tattlinn
- Rhythmen urbaner Bewegung – Lichtenberg, in: Urban Circulations, Lichtenberg/Berlin
- Passagen – Über Durchgänge, Übergänge und Nicht-Orte, in: Xenopolis. Von der Faszination und Ausgrenzung des Fremden, Rathausgalerie München
- Mädchensache, Mädchenzimmer ’97, The Girls‘ Rooms ’99 in: COOLHUNTERS. Jugendkulturen zwischen Markt und Medien, ZKM in der Städtischen Galerie Karlsruhe; in: Künstlerhaus Wien und in: Kunsthalle Budapest (2006)
2004
- WorldWideWob. Das Spiel um die Zukunft einer Stadt, in: un-built cities, Bonner Kunstverein, in: Non Standard Cities, Halle auf dem Schlachthofgelände, Berlin - und in: Shrinking Cities, KW – Institute for Contemporary Art, Berlin
- Ein Blick in die Zukunft – zurück zur Erde, Lichthaus Plus Neue Kunst, Bremen